Befreiung

"Einmal möchte ich, bevor ich scheide,
dich und unsre Tiere wiedersehn !"
Woher kommt mir Trost in diesem Leide,
daß dein Tod es nicht mehr ließ geschehn ?

Alles, was dir unerfüllt geblieben,
was den Atem schmerzlich dir beengt,
ist im Merkbuch Gottes eingeschrieben
dessen Schrift mein Innerstes versengt.

Doch die Glut ist sternenkühl verglommen,
eh zu Asche sie mein Herz verbrannt.
Ewig gleicht sich aus, was Gott genommen,
der dich nicht aus seiner Huld verbannt.

Wo zwei Liebende zu sehr sich lieben,
ist der dunkle Dritte stets dabei.
Durch dein Sterben hast du ihn vertrieben:
mir zu leben, steht dir herrlich frei.

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